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SchwarzWeiss-Lautern

Neue Fotoreihe mit Schwarz-Weissfotografien aus KL, November 2017

Alle Fotos von mir und lizensiert nach CC BY-NC-SA 4.0

OFF LIMITS: Die Initiative „Offene Gesellschaft“

„Was ich nicht ertrage, ist die Unschuld der Menschen“ (Heiner Müller)

Am 17.06.2017 sollen bundesweit überall Menschen zusammenkommen um für eine „Offene Gesellschaft“ zu werben. Die meisten derer, die im Vorfeld dafür ihre Stimme erheben sind sogar der Meinung, dass wir in einer „Offenen Gesellschaft“ leben und diese gegen Rechtspopulisten und Neo-Nationalisten verteidigt werden muss.

Doch was heißt „Offene Gesellschaft“ eigentlich und für wen ist sie offen? Für den afghanischen Geflüchteten, der nach seinem Interview bei der zuständigen Behörde mitgeteilt wird, dass sein Antrag auf Asyl abgelehnt wurde? Für den arbeitslosen Jobcenter-Kunden, der weil er sich gegen eine unsinnige Maßnahme wehrt, das ihm zustehende Existenzminimum um 30% gekürzt bekommt und noch weniger als vorher am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann? Die mittlerweile massenhaft prekär Beschäftigten, die um ihre grundlegendsten Bedürfnisse zu finanzieren zusätzlich Sozialleistungen beziehen und sich vor den Jobcentern nackisch machen müssen?
Das sind nur wenige Beispiele und noch nicht mal die verhehrensten Ungerechtigkeiten, die sich eine der reichsten Gesellschaften dieses Planeten leistet. Die Zahl der Obdachlosen steigt weiterhin, hunderttausende sind auf der Suche nach bezahlbaren Wohnraum. Weiteres ist im Armuts und Reichtumsbericht, den die hiesige Regierung vorzensiert vorgelegt hat nachzulesen. Für diese Menschen ist diese Gesellschaft nicht offen.

Kein Problem?

„Deutschland ist eines der reichsten, sichersten und attraktivsten Länder der Welt. Dass es auch hier eine Menge zu kritisieren, verbessern, modernisieren gibt, ist keine Frage und auch kein Problem…“ (aus den 10 Thesen der Initiative “ Die Offene Gesellschaft“)

„…die Offene Gesellschaft hat in Europa eine Infrastruktur. Sie ist nicht perfekt, aber auch nicht nackt und wehrlos. Europa ist zusammengeflochten durch Institutionen, Verträge, Meetings, Vereine, Verbände, Autobahnen, EasyJet, Handel, Banktransfers, die Champions League und Eurovision. Solch ein Geflecht hält eine Weile, auch bei schlechtem Wetter.“ (von Andre Wilkens, Mitbegründer der Initiative „Die Offene Gesellschaft“, text)

Für die oben beschriebenen Menschen klingen solche Worte wie reiner Hohn bzw. wie eine Ausgeburt bürgerlicher Ignoranz. Wer sich ein bißchen genauer in den Publikationen der Initiative umschaut, sieht wo diese herrührt. Immer wieder taucht der bürgerliche Philosoph Karl Popper auf, der in seinem, von unterschiedlichster Seite hochgelobten Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ eine aufgeklärte Form bürgerlicher Herrschaft begründet in dem er die Feinde eindeutig auf totalitäre Regime wie Faschismus und Kommunismus reduziert. Abgesehen davon, dass diese Gleichsetzung, die in diesem Staat zur Doktrin erhoben wurde in die Irre weist, lenkt sie von den grundsätzlichen Problemen der Gesellschaft ab und ignoriert die Tatsache, dass die Zahl der Menschen, die aus dieser sog. Offenen Gesellschaft ausgespieen werden immer weiter steigt.

Ähnliche Steigerungsraten verzeichnen nur die Konten von den wenigen, die im Moment von dieser Situation profitieren. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Doch dieser Fakt taucht, wenn dann nur in dem oben genannten Zitat aus dem Thesenpapier jener Initiative auf. Aber das scheint ja kein Problem zu sein.

Dieses Problem haben die Protagonist*innen der Initiative auch nicht, denn sie setzen sich aus den Teilen der bürgerlichen Gesellschaft zusammen, die andere – weniger existenzielle – Sorgen haben, wie jene Menschen die Arbeit oder für sie bezahlbaren Wohnraum suchen. Schlimmer noch: Sie verstehen sich nicht einmal als Profiteure eines ausgrenzenden Systems, das sich bürgerliche Demokratie nennt und auf kapitalistischer Ausbeutung beruht. Sie machen sich zum Helfershelfer einer Spielart des Populismus, der geflissentlich ignoriert wird:

Liberaler Populismus

Im Gegensatz zum rechten Populismus, der sich auf den sog. Willen des Volkes und der Nation gründet ist der liberale Populismus einer des Marktes, der sich u.a. in der Politik der Alternativlosigkeit einer Angela Merkel oder Wolfgang Schäuble beweist. Ob es nun die Bankenrettung, die EU und deren Austeritätspolitik war und ist. Oder das kritiklose Hochjubeln eines Macron in Frankreich. Alle diese Entscheidungen sind gegen die Interessen der Bevölkerung durchgesetzt bzw. beklatscht worden. Die bürgerlichen Medien, aber auch jene Parteien, die sich als Garanten einer offenen Gesellschaft sehen spielen dieses Theater mit, das für Millionen von Menschen, nicht nur in Deutschland jene prekären gesellschaftlichen Bedingungen hervorbringt, die den Ausschluss eines nicht geringen Teils der Bevölkerungen zur Folge haben.

Die 2te Komponente des liberalen Populismus: „Die erste besteht darin, die Wahrheit des Kapitals zu vertreten, die zweite darin, sich ständig auf die Moral zu berufen. Alle ursprünglich humanistischen Werte wie Gleichberechtigung, Würde des Menschen usw. werden komplett vereinnahmt und zur Aura der politischen Aussage gemacht. Die Aussagen der liberalen Populisten erscheinen daher nicht nur als an und für sich wahr, sondern darüber hinaus auch noch als an und für sich gut. Das ist eine Doppelstrategie gegen die man nur noch ganz schwer ankommt. Denn jeder, der sie kritisiert, gerät in die Gefahr, sofort als Populist beschimpft zu werden. Das heißt: Er wird bezichtigt, eine wahrheitswidrige Position zu vertreten und außerdem noch unmoralisch zu sein. Dabei wird vergessen, dass die in Anspruch genommenen liberalen moralischen Werte in ihr Gegenteil verkehrt werden, wenn sie in einer durch und durch neoliberal verfassten Gesellschaft gelebt werden sollen. In diesem Zusammenhang ist die Einzigartigkeit des Subjekts nicht mehr die Voraussetzung für individuelles Lebensglück, sondern für eine gesteigerte Form der Ausbeutung. Wenn jemand in der Flüchtlingsdebatte sagt: Ich mache mir Sorgen, meinen Job zu verlieren (…), dann wird u.a. von der Seite der Grünen immer sofort attestiert, dass es sich um Hysterie, um eine übertriebene Form der Angst handele, die keinen Halt in der Realität habe und deren Gründe sich daher auf gar keinen Fall verallgemeinern ließen. Man unterstellt, dass es sich dabei um eine individuelle Form des Pathologischen handele. Anstatt diese Ängste als einen Hinweis darauf zu nehmen, dass die gegenwärtige neoliberale Politik auch Verlierer hervorbringt, werden sie nicht als berechtigte Ansprüche einer bestimmten Klasse verstanden, sondern individualisiert und pathologisiert.“ (Bernd Stegemann, jW vom 14.06.2017)

Dies begründet bürgerliche Herrschaft und die Stabilisierung kapitalistischer Bedingungen mit all ihren Konsequenzen. Eine von vielen ist, das sich viele Menschen nicht mehr an Wahlen beteiligen, da sie sich selbst nicht mehr durch Politik und andere gesellschaftliche Gruppen vertreten fühlen. Dies alles moralisch aufzuwerten und die Verteidigung des Bestehenden gegen nationale Ideologen in den Fokus zu stellen erreicht eher das Gegenteil dessen, was Ziel der Veranstaltung sein soll.

Wer dies ignoriert, trägt zumindest indirekt dazu bei, das einige dieser Menschen ihr Heil im Nachbeten rechtspopulistischer Stimmungsmacher suchen. Ihr nach unten treten gegen Migrant*innen und Geflüchtete vollzieht oftmals nur ihre Erfahrungen in der bürgerlichen Gesellschaft, in den Jobcentern, bei der Suche nach Arbeit und/oder Wohnung, beim zweifelhaften Genuss unserer Medienangebote etc. nach. Die wenig inklusiven Bildungsmöglichkeiten in diesem Land tragen dazu bei, das sich daran nichts ändern kann.

Was wir brauchen sind Initiativen für eine freie bzw. sich selbst befreiende Gesellschaft, die Missstände benennt und Wege der Überwindung sucht, aufgreift und schlußendlich auch die Chuzpe hat für dieses Ziel zu kämpfen.

Zum Schluss noch ein besonderes Bonmot zu dem Aufruf in Kaiserslautern: Das Werbeblättchen Wochenblatt Kaiserslautern, dass durchaus noch über einen meinungsstarken redaktionellen Teil verfügt und zu den Kaiserslautrer Aktionen der Initiative „Die offene Gesellschaft“ mitaufruft, schaffte es in jener Ausgabe vom 18.05.2017 in der sie auf der ersten Seite ihre Mitwirkung benennt und das Ganze vorstellt, auf der zweiten Seite eine bezahlte Veranstaltungsankündigung der AfD-Fraktion des Landtags RLP abzudrucken. So sieht Offenheit nach allen Seiten aus. Hauptsache die Kasse stimmt.

#kaiserslautern #dieoffenegesellschaft #populismus #liberalismus #armut #kapitalismus

MUSEUMSBESUCH: „Beat Generation“ + „Black Matters“ im ZKM/KA

Ich war mal wieder im Museum. Diesmal führte mich der Weg nach Karlsruhe. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass dies erst mein erster Besuch im ZKM war, aber Karlsruhe ist ja auch nicht gerade um die Ecke. Das ZKM ist in einer alten Munitionsfabrik untergebracht. Eine Tafel am Eingang erinnert an die Ausbeutung von Zwangsarbeitern während des NS.

Der Ausbau ist meisterlich gelungen. Gerade im Eingangsbereich, sowie in den im Moment ungenutzten Bereichen ist zu sehen, wie es den Architekten die alten Hallen in ein vom einströmenden Licht durchflutetes offenes Gebäude zu gestalten das alt und neu verbindet.

Für relativ geringen Eintritt ist dort aber auch wirklich einzigartiges zu sehen. (Tipp: Freitag ab 14Uhr ist freier Eintritt)

Der Besuch reduzierte sich auf zwei Ausstellungen. Im Hause ist noch viel mehr zu sehen und zu entdecken. Doch jene 2 waren so vielseitig und auch umfangreich, dass Sie einen allein schon an den Rand der Aufnahmefähigkeit gebracht haben. Beide sind sehr empfehlenswert.

Hier einige Eindrücke und weitere Informationen:

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BEATGENERATION

Die erste Ausstellung war eine Reise durch die verschiedensten Schaffensphasen der Protagonist_innen der Beatnik-Bewegung zwischen Textproduktion, Musik & Poetry, Bildern und Collagen, die Einzeln oder auch gemeinsam geschaffen wurden. Eine große und exquisite Auswahl an Filmen und Filmexperimenten etc. Viele Kunsttechniken, die in den Reihen der Beatniks entwickelt wurden, werden erklärt oder klären sich durch die Auswahl von Ausstellungsstücken und Textbeiträgen(die teilweise wie Fahnen das Ausstellungsgelände eingrenzen) von selbst. Geordnet ist die Ausstellung nach den verschiedensten Orten, die damals Reiseziel, Exil, Fluchtpunkt und kreative Aufladestationen der Künstler waren, wie NYC, Tangier, Paris, Mexico.

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Die in Kooperation mit dem Centre Pompidou Paris präsentierte Ausstellung »Beat Generation« wurde vom Kunst- und Kulturforum »Hyperallergic« unter die »Best of 2016: Our Top 15 Exhibitions Around the World« gewählt!
Bereits in den letzten Jahren widmete sich das ZKM ihren leitenden Figuren, wie William S. Burroughs (»The Name Is BURROUGHS. Expanded Media«, 2012) oder Allen Ginsberg (»Beat Generation. Allen Ginsberg«, 2013). In dieser neuen Ausstellung wird nun erstmals ein Überblick über die literarische und künstlerische Bewegung geliefert, die Ende 1940er Jahre entstanden ist. Wurden damals die »Beatniks« als subversive Rebellen betrachtet, so werden sie heute als Akteure einer der wichtigsten kulturellen Richtungen des 20. Jahrhunderts wahrgenommen.

BLACK MATTERS

Black Matters machte mir einen Künstler bekannt, den ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, aber der durch seine Verbindung verschiedenster Kunstformen und politischen Aktivismus das gelebt hat, was Kunst an sich auszeichnen sollte. Gelebte und auf Freiheit gerichtete Kreativität. Mehr dazu hier.

Das Motto „Black Matters“ ist überals seh, hör und spürbar. Die manifesten großflächigen Bilder, seine Dia-Experimente und kleine bis sehr große raumfüllende Videoprojektionen, die so stark und eindrücklich sind, das sie die Wahrnehmungs und Aufnahmefähigkeit der Besucher_innen zumindest an den Rand des Möglichen treibt. Teilweise sehr abstrakt und experimentell aber doch durch eine Erdung in Form von Zeitdokumenten versehen. Dazu einige (fast zuviele Videos) die seine damalige Arbeitsweise nachvollziehbar machen.

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»Black Matters« ist die erste umfassende Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Aldo Tambellini, der zu den Pionieren der Intermedia Art der 1960er und 1970er Jahre gehört
Aldo Tambellini (*1930 in Syracuse, NY, USA) lebt und arbeitet in Cambridge. Mit Otto Piene gründete er 1967 das »Black Gate Theatre«, das erste »Electro-Media«-Theater in New York.
Die Ausstellung »Black Matters« unternimmt eine Reise durch Tambellinis produktivste, energetisch aufgeladenste und vielseitigste Periode (1960–1980). Sie erkundet seine Gemälde und seine multimediale Praxis, welche Lumagramme (handbemalte Dias), Videos, Videogramme, Malereien, Fotografien, Installationen und Filmwerke umfasst. 

Der Werkkomplex, der im ZKM in der ersten großen Einzelausstellung des Künstlers gezeigt wird, wird als Manifest für eine organische Verbindung zwischen Malerei, Skulptur, Fotografie, Bewegtbildinstallation, kinetischer Kunst und Performance begriffen. Seine Vision umfasst alle Implikationen der zeitgenössischen Medien und begreift ihr Potential als linguistische, künstlerische und soziale Werkzeuge. Ziel der Ausstellung ist es auch, Tambellinis frühen Werke der 1950er-Jahre gemeinsam mit bisher nicht gezeigten Arbeiten seiner New Yorker Periode, die durch ihren künstlerischen Ausdruck seinen politischen Aktivismus und seine politische Philosophie demonstrieren, sowie Filme und Videos, die den Erfolg des Künstlers in den 1960er und 1970er Jahren kennzeichnen, zu präsentieren. Unter seinen unveröffentlichten Arbeiten wird es eine Sektion geben, die sich seinen Experimenten und seinen Projekten am MIT – wie etwa dem Netzwerk »Communicationsphere« – widmet.
Am Ende der Reise durch die Entwicklung Tambellinis künstlerischen Lebens wird eine ortsspezifische Installation gezeigt, die aus Anlass der Retrospektive am ZKM in Auftrag gegeben wurde. Die neue Multimedia-Installation wird sechzig Jahre später erneut Tambellinis künstlerische Kreativität und sein aktuelles politisches, wie philosophisches Unterfangen präsentieren: Schwarz spielt eine Rolle, »Black Matters«.

Aldo Tambellini – NO NAME FILM 1 – Live performance by Alyse Lamb from NITEHAWK SHORTS FESTIVAL on Vimeo.

Alle Bilder sind CC lizensiert:
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Die Lautertalbrücke – Zur Diskussion über einen Betonpfosten

Hier ein Beitrag zur Diskussion um den noch vorhandenen Pfeiler der alten Lautertalbrücke. Bei dieser Diskussion geht es um Bemühungen des Vereins für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V., der u.a. Mitglied der Initiative „Pfaff erhalten – Stadt gestalten“ ist, der Stadtverwaltung einen Erhalt jenes Autobahnpfostens abzuringen, der eigentlich durch den Bau der neuen Brücke überflüssig geworden ist und unnötig in der Gegend herumsteht. Der Verein wirft der Stadt, die diesen Pfeiler für nicht erhaltenswert erachtet ein „gestörtes Verhältnis zu Historischem“ vor. Doch ist die Historie gerade dieser 1937 (sic) eingeweihten Brücke doch sehr fragwürdig. Hierzu dokumentiere ich hier einen in der RHEINPFALZ nicht für als veröffentlichungswürdig gehaltenen und aussortierten Leserbrief:

Mein erster Gedanke bei der Durchsicht der Artikel und Leserbriefe zur Diskussion um den Erhalt/Abriss der Lautertalbrücke war: Klar sollte man diesen Pfeiler stehen lassen. Als Mahnmal. Auch ein Name fiel mir schon ein: Adolf-Hitler-Gedächnis-Vollpfosten.

Nun aber mal im Ernst. Wer mit Stolz auf diesen Sandstein verkleideten Stahlbetonträger zeigt und diesen erhalten will, zeitigt ein eher krudes Weltbild.

Ich weiss, dass die Autobahn keine Erfindung der Nazis war, obwohl einige immer noch dieser Ansicht sind und diesen falschen Rückschluss auf die Geschichte immer noch als Errungenschaft des Regimes ansehen. Aber gerade das 1937 eröffnete Reichsautobahnteilstück in und um Kaiserslautern hatte eine kriegswichtige Bedeutung und die Militärs hatten schon direkt nach der Installierung des NS-Regimes einen großen Einfluss auf die Planung und den Ausbau der Reichsautobahnen. Diese Rolle des Militärs verhalf der hiesigen RAB zu den flughafenähnlichen Ausbauabschnitten bei Ramstein. Die Bedeutung als schnelle Verbindung zur Westfront gen Frankreich ist ebenfalls nicht bestreitbar. Die mit dem Bau der Lautertalbrücke beauftragten Eisenwerke Kaiserslautern waren im Rüstungs- und Infrastrukturbereich Profiteure der Vorkriegsplanung, des Krieges selbst und somit des NS-Regimes. Während der Kriegsjahre war auch dort eine grössere Anzahl an Zwangsarbeitern unter miserablen Arbeits- und Lebensbedingungen zugange.

Lauertal37

ltb

Ich finde es immer wieder faszinierend dass genau jene die der Stadtverwaltung und Hern Weichel Geschichtsvergessenheit unterstellen, selbst derart geschichtsvergessen agieren. Einen Betonpfeiler einer Autobahn mit fragwürdiger Geschichte mit der Spoliensäule oder den oftmals zu recht kritisierten Umgang der Stadtverwaltung mit Kunstwerken in der Stadt in einen Topf zu schmeissen empfinde ich als Missachtung jener Künstler, die versucht haben diese Stadt zu gestalten und diese gegenüber Kunst und Kultur zu öffnen.

Wie schon bei der Diskussion um das Pfaffgelände wird nur über Steine gesprochen und nicht über deren Geschichte.

HJ Redzimski hat es geschafft: KL ist Großstadt

Unser allseits beliebter Chefredakteur des RHEINPFALZ-Lokalblättchens „Pfälzische Volkszeitung“ hat es herbeigeschrieben und es ward Wirklichkeit: KAISERSLAUTERN IST GROSSSTADT. Statistisch. Nach einem im vorletzten Jahrhundert angelegten Rechenexempel. Nur eines hat unser HaJo Redzimski in seinem himmelhoch jauchzend ausgefallenen Hurra-Text vergessen zu erwähnen. Nämlich wem wir es zu verdanken haben, dass KL die Schwelle der 100.000 Einwohner beständig überschritten hat:

Es sind die Geflüchteten¹, die bei uns Aufnahme gefunden haben, und die nun hoffentlich längerfristig für „internationales Flair“ sorgen werden.

Und auch der DANK an all diejenigen, die sich um eine bestmögliche Aufnahme derer kümmern, die vor den von unserer Regierung mitangezettelten und durch Lieferungen unserer Waffenindustrie und nicht zuletzt der militärische Mitwirkung der Bundeswehr und unserer NATO-Verbündeten geführten Kriege, sowie anhaltender Ausbeutung und Verelendung durch lokale Handelsabkommen und verbrecherische Rohstoffimporte flüchteten, bleibt in der Rheinpfalz unerwähnt.

Es sind die Geflüchteten selbst und die vielen ehrenamtlich Aktiven die Kaiserslautern bunter machen, nicht die innerstädtischen Beleuchtungsorgien, durch die Konsumtempel a‘la „K in Lautern“ oder die institutionalisierte Stadtkultur.

Grüße an Shaian und die „Teachers on the Road“, sowie allen anderen Einzelpersonen die die hochgepriesene Kaiserslautrer Willkommenskultur wirklich mit Leben füllen.

In diesem Sinne

Auf ein buntes 2017

RWbunt

¹ kl-ist-bunt.de