MUSEUMSBESUCH: „Beat Generation“ + „Black Matters“ im ZKM/KA

Ich war mal wieder im Museum. Diesmal führte mich der Weg nach Karlsruhe. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass dies erst mein erster Besuch im ZKM war, aber Karlsruhe ist ja auch nicht gerade um die Ecke. Das ZKM ist in einer alten Munitionsfabrik untergebracht. Eine Tafel am Eingang erinnert an die Ausbeutung von Zwangsarbeitern während des NS.

Der Ausbau ist meisterlich gelungen. Gerade im Eingangsbereich, sowie in den im Moment ungenutzten Bereichen ist zu sehen, wie es den Architekten die alten Hallen in ein vom einströmenden Licht durchflutetes offenes Gebäude zu gestalten das alt und neu verbindet.

Für relativ geringen Eintritt ist dort aber auch wirklich einzigartiges zu sehen. (Tipp: Freitag ab 14Uhr ist freier Eintritt)

Der Besuch reduzierte sich auf zwei Ausstellungen. Im Hause ist noch viel mehr zu sehen und zu entdecken. Doch jene 2 waren so vielseitig und auch umfangreich, dass Sie einen allein schon an den Rand der Aufnahmefähigkeit gebracht haben. Beide sind sehr empfehlenswert.

Hier einige Eindrücke und weitere Informationen:

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BEATGENERATION

Die erste Ausstellung war eine Reise durch die verschiedensten Schaffensphasen der Protagonist_innen der Beatnik-Bewegung zwischen Textproduktion, Musik & Poetry, Bildern und Collagen, die Einzeln oder auch gemeinsam geschaffen wurden. Eine große und exquisite Auswahl an Filmen und Filmexperimenten etc. Viele Kunsttechniken, die in den Reihen der Beatniks entwickelt wurden, werden erklärt oder klären sich durch die Auswahl von Ausstellungsstücken und Textbeiträgen(die teilweise wie Fahnen das Ausstellungsgelände eingrenzen) von selbst. Geordnet ist die Ausstellung nach den verschiedensten Orten, die damals Reiseziel, Exil, Fluchtpunkt und kreative Aufladestationen der Künstler waren, wie NYC, Tangier, Paris, Mexico.

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Die in Kooperation mit dem Centre Pompidou Paris präsentierte Ausstellung »Beat Generation« wurde vom Kunst- und Kulturforum »Hyperallergic« unter die »Best of 2016: Our Top 15 Exhibitions Around the World« gewählt!
Bereits in den letzten Jahren widmete sich das ZKM ihren leitenden Figuren, wie William S. Burroughs (»The Name Is BURROUGHS. Expanded Media«, 2012) oder Allen Ginsberg (»Beat Generation. Allen Ginsberg«, 2013). In dieser neuen Ausstellung wird nun erstmals ein Überblick über die literarische und künstlerische Bewegung geliefert, die Ende 1940er Jahre entstanden ist. Wurden damals die »Beatniks« als subversive Rebellen betrachtet, so werden sie heute als Akteure einer der wichtigsten kulturellen Richtungen des 20. Jahrhunderts wahrgenommen.

BLACK MATTERS

Black Matters machte mir einen Künstler bekannt, den ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, aber der durch seine Verbindung verschiedenster Kunstformen und politischen Aktivismus das gelebt hat, was Kunst an sich auszeichnen sollte. Gelebte und auf Freiheit gerichtete Kreativität. Mehr dazu hier.

Das Motto „Black Matters“ ist überals seh, hör und spürbar. Die manifesten großflächigen Bilder, seine Dia-Experimente und kleine bis sehr große raumfüllende Videoprojektionen, die so stark und eindrücklich sind, das sie die Wahrnehmungs und Aufnahmefähigkeit der Besucher_innen zumindest an den Rand des Möglichen treibt. Teilweise sehr abstrakt und experimentell aber doch durch eine Erdung in Form von Zeitdokumenten versehen. Dazu einige (fast zuviele Videos) die seine damalige Arbeitsweise nachvollziehbar machen.

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»Black Matters« ist die erste umfassende Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Aldo Tambellini, der zu den Pionieren der Intermedia Art der 1960er und 1970er Jahre gehört
Aldo Tambellini (*1930 in Syracuse, NY, USA) lebt und arbeitet in Cambridge. Mit Otto Piene gründete er 1967 das »Black Gate Theatre«, das erste »Electro-Media«-Theater in New York.
Die Ausstellung »Black Matters« unternimmt eine Reise durch Tambellinis produktivste, energetisch aufgeladenste und vielseitigste Periode (1960–1980). Sie erkundet seine Gemälde und seine multimediale Praxis, welche Lumagramme (handbemalte Dias), Videos, Videogramme, Malereien, Fotografien, Installationen und Filmwerke umfasst. 

Der Werkkomplex, der im ZKM in der ersten großen Einzelausstellung des Künstlers gezeigt wird, wird als Manifest für eine organische Verbindung zwischen Malerei, Skulptur, Fotografie, Bewegtbildinstallation, kinetischer Kunst und Performance begriffen. Seine Vision umfasst alle Implikationen der zeitgenössischen Medien und begreift ihr Potential als linguistische, künstlerische und soziale Werkzeuge. Ziel der Ausstellung ist es auch, Tambellinis frühen Werke der 1950er-Jahre gemeinsam mit bisher nicht gezeigten Arbeiten seiner New Yorker Periode, die durch ihren künstlerischen Ausdruck seinen politischen Aktivismus und seine politische Philosophie demonstrieren, sowie Filme und Videos, die den Erfolg des Künstlers in den 1960er und 1970er Jahren kennzeichnen, zu präsentieren. Unter seinen unveröffentlichten Arbeiten wird es eine Sektion geben, die sich seinen Experimenten und seinen Projekten am MIT – wie etwa dem Netzwerk »Communicationsphere« – widmet.
Am Ende der Reise durch die Entwicklung Tambellinis künstlerischen Lebens wird eine ortsspezifische Installation gezeigt, die aus Anlass der Retrospektive am ZKM in Auftrag gegeben wurde. Die neue Multimedia-Installation wird sechzig Jahre später erneut Tambellinis künstlerische Kreativität und sein aktuelles politisches, wie philosophisches Unterfangen präsentieren: Schwarz spielt eine Rolle, »Black Matters«.

Aldo Tambellini – NO NAME FILM 1 – Live performance by Alyse Lamb from NITEHAWK SHORTS FESTIVAL on Vimeo.

Alle Bilder sind CC lizensiert:
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